MAKI NA KAMURA, Künstlerin

mit japanischen Wurzeln, zog nach dem Studium an der Universität der Künste Aichi in Japan und der Kunstakademie Düsseldorf nach Berlin. Dort stellte sie 2005 eine Reihe ihrer Arbeiten selbst aus. Bekanntgegeben wurde dies nicht durch die Versendung von Einladungskarten oder eine Ankündigung im Netz, sondern lediglich durch eine Großanzeige in einer Berliner Tageszeitung: IHR SCHÖNSTES BILD HAT SIE VERKAUFT UND IN EINE ANZEIGE VERWANDELT. NUN SPIELT SIE LE COUCOU AUF DEM PIANO… Ein Flügel wurde herbeigeschafft, auf dem Na Kamura vor ihren Bildern täglich übte und dabei, wie in der Annonce angekündigt, Gedanken nachhing wie: ob dies nun eine Ausstellung sei? Oder: ob sie nun zur Kunstwelt gehöre? Das einwöchige Ereignis, das in einem Text zu ihrer späteren Ausstellung Na Kamuras erstes diskretes Erscheinen in der Berliner Kunstszene genannt wurde, fand in einem leeren Laden in der Fasanenstraße 69 statt.

Maki Na Kamura, Fasanenstr. 69, Berlin, September 2005

Fasanenstr. 69, Berlin, September 2005

Im Jahr darauf wurde die Ausstellung

FOLGEAUFTRITT in Berlin-Mitte eröffnet. Auch hierfür wurden keine Einladungskarten für die Vernissage gedruckt. Stattdessen hing ein Poster in sämtlichen S-Bahn-Stationen in Berlin, wodurch nicht nur das Publikum innerhalb des Systems informiert wurde.

In ihrer ersten Auslandsausstellung

le désespoir du peintre (Verzweiflung des Malers, oder auch Schleierkraut auf Französisch) im Jahr 2008 versperrte Na Kamura einen der fünf Ausstellungsräume der Prager Galerie Svestka mit einem Hinweisschild: Today No Entry. Sie stellte darin eine Tischvitrine auf, in die sie ihre Vorlagen, Skizzen, narratives und autobiographisches Material hineingelegt hatte. Das bewußte Vorenthalten von allzu offensichtlichen Informationen ist ebenfalls eine Eigenheit ihrer Malerei, die sich dennoch weder einem Minimalisten noch einem informellen Maler zuschreiben läßt.

Na Kamuras Bilder stammen deutlich

aus dem 21. Jahrhundert und geben dennoch den globalen Phantasien des Jahrhunderts nicht nach, sondern nutzen sie. In ihren Bildern können Konstruktionen klassischer Bildräume und nonkonformistisch genutzte orientalisch-asiatische Quellen wie Hokusai oder auch Verbindungen zu Caspar David Friedrichs und Jean-François Millets Landschaften gesucht werden.

Nach 2009

Maki Na Kamura, Fasanenstr. 69, Berlin, September 2005

Fasanenstr. 69, Berlin, September 2005

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